Pustertaler Räuchermischung

Weihnachten ist bis heute die Zeit der Rituale und alten Bräuche. Eines davon ist das Räuchern in den sogenannten Rauhnächten, das besonders im Alpenraum bis heute tief verwurzelt ist. Bevor Weihrauch populär wurde, waren es die Meisterwurz und der Wacholder, die zu diesem Zwecke verwendet wurden. Es gibt natürlich zahlreiche Räucherstoffe, die für eine Räuchermischung in den Rauhnächten verwendet werden können. Neben dem heutzutage allseits beliebten Weihrauch, eignet sich dafür auch besonders Mastix, Fichte, Nelke, Zimt und viele mehr. Möchte man sich auf die Ursprünge dieses Rituals besinnen und dabei heimische Pflanzen verwenden, sollte man auf jene Räucherstoffe zurückgreifen, die bis heute in manchen Tälern des zentralen Alpenraumes verwendet werden.

Im Südtiroler Gsieser- und Antholzertal und auf Osttiroler Seite im Defereggental ist dieses alte Wissen bis heute anzutreffen und lebendig. Statt Weihrauch wird hier meist Meisterwurz, eine Mischung aus Meisterwurz und Weihrauch oder Wacholder verwendet.
Heute räuchert man in vielen Gegenden des Alpenraumes typischerweise zu Weihnachten, zu Neujahr und zu Dreikönig. Dieses Räuchern soll böse Geister vertreiben, Glück für das neue Jahr bringen und Haus und Stall vor Krankheiten schützen.

Wacholder

Meisterwurz

Räuchermischung

Pustertaler Räuchermischung

Zutaten:
20 g Meisterwurz
20 g Wachlderbeeren und/oder -nadeln
evt. auch etwas Weihrauch

Zubereitung:
Die Bestandteile mit einem Mörser oder einerm Mixer fein zerkleinern und vermischen.  Etwas Glut oder entzündete Räucherkohle in ein feuerfestes Gefäß geben und die Räuchermischung daraufstreuen. Sobald der entstehende Rauch seinen aromatischen Geruch verliert, etwas von der Mischung nachstreuen.

Räuchermischung
Meisterwurz und Wacholder gehören zu den ältesten Räucherstoffen Europas und werden hier laut antiken Aufzeichnungen seit Jahrtausenden zu rituellen Zwecken verwendet. So schreibt Tacitus beispielsweise über Bestattungszeremonien bei den Germanen, dass diese ihre Toten bei Verbrennungsritualen auf aromatisch duftenden Hölzern wie Wacholder (dies zeigen auch archäologische Funde) betteten.

Im Alpenraum nennt man Meisterwurz bis heute auch Thomaswurz. Diese namentliche Verbindung kommt aus der Verwendung der Meisterwurz in den Rauhnächten. Der Thomastag ist der 21. Dezember, also der Tag der Wintersonnenwende, der in früheren Zeiten wohl ursprünglich den Beginn bzw. das Zentrum der Rauhnächte markierte. Denn letztlich bezogen sich die Rauhnächte wohl auf die Wintersonnenwende und wurden erst später zu einem weihnachtlichen Ritual umgedeutet.

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