Schafgarbe (Achillea millefolium)

„Schafgarbe im Leib, tut gut jedem Weib“ lautet einer der Volkssprüche die im Alpenraum kursieren. Schafgarbe ist aber nicht nur eine der populärsten Heilpflanzen bei Frauenkrankheiten, sondern wurde nachweislich bereits in der Antike als blutstillendes und wundheilungsförderndes Heilmittel eingesetzt.

Schafgarbe

Schafgarbe

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (Blätter, Blüten und Stängel)
Sammelzeitpunkt: Das blühende Kraut von Juni bis September
Wirkstoffe: Bitterstoffe, ätherisches Öl, Flavonoide, Gerbstoffe
Wirkeigenschaften: Krampflösend, verdauungsfördernd, appetitanregend, blähungstreibend, galletreibend, tonisierend, antibakteriell, pilzhemmend, adstringierend, blutstillend, entzündungshemmend

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Innerlich als Tee, Frischpflanzenpresssaft, Likör, Wein, Extrakt oder Tinktur bei Appetitlosigkeit, dyspeptischen Beschwerden wie leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
  • Äußerlich in Form von Sitzbädern bei schmerzhaften Krampfzuständen im kleinen Becken der Frau (Pelvipathia vegetativa)
  • Äußerlich als Waschung, Umschlag oder als Mundspülung zur Behandlung leichter Haut- und Schleimhautentzündungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Presssaft und frisches Kraut als Umschlag äußerlich als blutstillendes und wundheilungsförderndes Mittel
  • Äußerlich als Sitzbad bei Hämorrhoiden
  • Bei Leberbeschwerden als feucht-warmer Leberwickel
  • Innerlich als Tee bei Menstruationsbeschwerden, besonders bei ausbleibender Menstruation

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 4,5g des getrockneten Krautes als Tee. Für Sitzbäder verwendet man 100g getrocknetes Kraut auf 20l Wasser.

Anwendung bei Kindern: Aufgrund fehlender Daten wird bei Kindern (auch wenn es keine Hinweise auf negative Wirkungen gibt) die Anwendung erst ab 12 Jahren empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung: Bei bestehender Allergie auf Korbblütler sollte auf Schafgarbe verzichtet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit: Die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit wird derzeit aufgrund fehlender Daten nicht empfohlen.

Kurioses: Der wissenschaftliche Name Achillea stammt aus der Überlieferung, wonach Achilles Schafgarbe benutzte um die Verwundungen des Thelephos, des Königs der Myser zu kurieren.
Schafgarbe blieb wegen dessen nachgesagten blutstillenden und wundheilungsfördernden Effekten über Jahrhunderte ein Heilmittel auf Schlachtfeldern, daher nannte man es lange Zeit auch „Soldatenkraut“.
Im Alpenraum wird vielfach behauptet die rosarote Schafgarbe sei wirksamer als die weiße Schafgarbe.

Es gibt zahlreiche Unterarten der Schafgarbe, unter anderem auch rosarote Schafgarben

Es gibt zahlreiche Unterarten der Schafgarbe, unter anderem auch rosarote Schafgarben

Rosarote Schafgarbe

Rosarote Schafgarbe

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