Wie macht man eine Salbe?

Eine gute Möglichkeit Heilpflanzen zu verarbeiten ist die Herstellung einer Salbe. Die möglichen Ausgangsstoffe sind vielfältig und die Herstellung – sofern man einige Tipps und Tricks beachtet – kinderleicht.
Unsere Großeltern verwendeten für die Zubereitung ihrer Salben noch tierische Fette, wie Schweine- oder Gänsefett. Diese Salbengrundstoffe gehören heutzutage der Vergangenheit an, insbesondere wegen der sehr kurzen Haltbarkeit. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kam dann Vaseline, ein Produkt aus der Erdölindustrie auf. Es war billig und sehr sehr lange haltbar. Die aus ökologischen Gründen bedenkliche Herkunft und der Umstand, dass Vaseline die Haut zu sehr abschließt sind die Ursachen, dass man heutzutage für die Salbenherstellung nach Alternativen sucht. Eine einfache Möglichkeit bietet die Kombination aus einem pflanzlichen Öl und Bienenwachs. Letzteres kann man im Reformhaus, in der Apotheke oder bei Imkern kaufen.

Salbe (7 von 1)

Welches pflanzliche Öl ist das richtige?
Für die Herstellung von Salben eignen sich beispielsweise Oliven-, Mandel-, Jojoba- oder Kokosöl. Dabei gibt es in Bezug auf Wirkeigenschaften und Kosten zwischen den einzelnen Ölen beträchliche Unterschiede. Für Olivenöl spricht die Tatsache, dass es billig und leicht verfügbar ist, allerdings bekommt die fertige Salbe einen Grünstich und riecht nach Olivenöl. Mandel- oder Jojobaöl sind neutraler, die fertige Salbe wird gelb-weiß, außerdem ziehen sie schnell in die Haut ein. Mandelöl ist sehr hautfreundlich und auch bei sehr empfindlicher Haut gut verträglich. Jojobaöl hält sehr gut die Feuchtigkeit in der Haut, ohne dabei fettig zu wirken.
Kokosöl wirkt leicht kühlend und ist ebenfalls sehr gut rückfettend. Kokosöl gilt allerdings als komedogen, d.h. die Bildung von Mitessern kann durch Kokosöl erleichtert werden. Deshalb sollte man bei bestehenden Hautunreinheiten auf andere Öle ausweichen.
Weitere Infos zu möglichen pflanzlichen Ölen findet ihr beispielsweise hier.

Salbe mit Wurzeln

Welche Heilpflanzen eignen sich für die Herstellung einer Salbe?
Für die Herstellung von Salben eignen sich jene Heilpflanzen, die heilsame oder pflegende Eigenschaften auf der Haut ausüben oder entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften besitzen. Dies sind zum Beispiel Johanniskraut, Ringelblume, Beinwell (schmerzstillend, entzündungshemmend), Nussbaumblätter (entzündungshemmend), Kamille (wundheilungsfördernd, entzündungshemmend), Arnika und viele mehr.

Salben

Salbe Grundrezept (Bsp. 1):
Das pflanzliche Öl langsam im Topf erwärmen, aber nicht zu heiß werden lassen (ca. 80°C). Danach das Pflanzenmaterial (Blüten, Wurzeln, Blätter oder Früchte) und das Bienenwachs unter behutsamen Umrühren dazugeben. Pro 100 g Olivenöl mindestens 10 g Bienenwachs hinzugeben, je mehr Bienenwachs, desto fester wird die Salbe. Nach 10 Minuten den Topf von der Herdplatte nehmen. Die Salbe vor dem Abseihen eine Nacht an einem kühlen Ort stehen lassen, am nächsten Tag kurz erwärmen und im flüssigen Zustand in die Tiegel abfüllen.

Salbe Grundrezept (Bsp. 2):
Das Oliven-, Jojoba- Kokos- oder Manedelöl langsam im Topf erwärmen, aber nicht zu heiß werden lassen (ca. 80 °C). Dann einen öligen Pflanzenauszug der gewünschten Pflanzen und das Bienenwachs unter behutsamen Umrühren dazugeben. Nach 10 Minuten den  Topf von der Herdplatte nehmen und im flüssigen Zustand in die Tiegel abfüllen.

Tipp: Rührt man die Salbe während des Abkühlens immer wieder um, wird sie in der Konsistenz weicher.
Passend zur kalten Jahreszeit haben wir hier noch ein passendes Rezept für eine Wind- und Wettersalbe.

Möchte man in seine Salbenmischung auch alkoholische oder wässrige Lösungen einarbeiten, braucht es hierfür einen Emulgator. Dieser ist idealerweise pflanzlichen Ursprungs (beispielsweise 2-4% Emulsan II®, erhältlich über Apotheken (Deutschland) oder über den Onlinehandel) und bindet wässrige und ölige Bestandteile, damit die Creme nicht bricht.

Also viel Spass am Salbenrühren!

 

Salbe (5 von 1)

 

 

 

 

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

Merken

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *