Wie macht man ein Schmerzgel?

Diesmal möchten wir euch eine einfache Möglichkeit zeigen, wie ihr Tinkturen oder wässrige Auszüge in schmerzstillende Gele verwandelt.

Durch die Bereitung eines Gels erhöht man die Viskosität der zugrundeliegenden Flüssigkeit, wodurch die Applikation wesentlich vereinfacht und auch in höherer Konzentration erfolgen kann. Zusätzlich wirkt ein Gel bereits an sich kühlend, wodurch Schwellungen leichter reduziert werden. Ein schmerzstillendes Gel eignet sich daher besonders bei Sportverletzungen, Prellungen und Verstauchungen. Aber man kann es auch bei kurzfristigen Muskel- und Gelenkschmerzen benutzen.

Es gibt zahlreiche Grundstoffe, mit denen man eine Lösung eindicken und damit viskoser machen kann. Im Hinblick auf wässrige oder wässrig-alkoholische Lösungen bieten sich vor allem Gele auf Carbomerbasis (Carbopol) an.
Als Ausgangssubstanzen eignen sich schmerz- und entzündungshemmende Tinkturen und wässrige Lösungen. Besonders geeignet sind Arnikaschnaps, Beinwelltinktur und Auszüge aus Wacholder.

Beinwellgel

Beinwellgel

Und so wird´s gemacht:

Zutaten:
Pflanzentinktur (max. 40% Alkoholgehalt!) 50 g
Carbopol 940 0,5g
(erhältlich überApotheken, 10 g kosten ungefähr 10 Euro)
Trometamol 0,3 g
(erhältlich über Apotheken, 10 g kosten ungefähr 10 Euro)

Zubereitung: Man gibt etwas (ca. 5 g) der Tinktur in eine kleine Rührschüssel oder Mörser. Dann streut man das Carbopol auf und durchmischt alles kräftig mit einem Pistill zu einer homogenen Mischung (es sollten keine großen Klumpen übrig bleiben). Dann rührt man die restliche Tinktur ein. Zum Schluss streut man das Trometamol in die Mischung und rührt wiederum alles kräftig durch. Auf diese Weise entsteht innerhalb weniger Minuten ein Gel, welches dann in Tiegel oder Tuben abgefüllt werden kann. Das Carbomergel funktioniert allerdings nicht bei Tinkturen mit hochprozentigem Alkohol (Alkoholgehalt max. 40%), deshalb müssen höherprozentige Auszüge etwas verdünnt werden.

Wie entsteht das Gel?
Das Carbopol liegt als saures Polymer, also als geknäulte lange Kette (wie kleine Wollknäuel) vor. Neutralisiert man diese durch Zugabe des basischen Trometamols entwirrt sich diese Kettenstruktur, Wassermoleküle werden eingelagert und es entsteht ein Gel.

Haltbarkeit: Falls das Gel mit einer wässrigen Lösung mit einem Alkoholgehalt unter 20% hergestellt wird, muss das Gel konserviert werden. Die Haltbarkeit beträgt sonst lediglich 3 Tage.
Bei Alkoholgehalten über 20% ist das Gel mindestens 6 Monate haltbar, sollte aber sicherheitshalber im Kühlschrank gelagert werden.
Vorsicht: Carbopol ist unbedenklich, allerdings können Spuren des bei der Herstellung verwendeten Lösungsmittels Benzol sich noch im Endprodukt befinden. Benzol gilt als krebserregend. Achtet deshalb beim Kauf auf die benzolfreie Variante (wird so gekennzeichnet).
Carbomergele sind lediglich für die äußere Anwendung und nicht für Schleimhäute geeignet. Außerdem ist es etwas austrocknend.

Also viel Spass beim Gelrühren!!

Beinwellgel

Beinwellgel

2 Kommentare

  1. Michaela Dietrich

    Endlich.
    Ich hab schon mehrmals probiert.
    Es aber nicht geschafft,aus der tinktur 1 salbe herzustellen.
    Nun endlich die Lösung.
    1 gel.
    Danke

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