Linde (Tilia cordata & platyphyllos)

Lindenblüten sind ein perfektes Erkältungsmittel. Sie wirken leicht fiebersenkend und sind praktisch nebenwirkungsfrei.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten
Sammelzeitpunkt: Die Blütenstände werden im Juni/Juli kurz nach dem Aufblühen gesammelt
Wirkstoffe: Flavonoide, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kaffeesäurederivate, Ätherisches Öl
Wirkeigenschaften: Fiebersenkend, beruhigend und reizstillend
Wirkmechanismus: Lindenblüten erhöhen wahrscheinlich über die Flavonoide die Erregbarkeit der Schweißdrüsen für Wärme, wodurch das Schwitzen erleichtert wird. Zusammen mit Bettruhe können Lindenblüten dadurch leicht fiebersenkend wirken. Die enthaltenen Schleimstoffe lindern Reizungen, indem sich diese an die gereizten Schleimhäute legen und diese regelrecht einhüllen. Zusätzlich wirken die Flavonoide ebenfalls etwas beruhigend.

Lindenblüte

Lindenblüte

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Als Tee bei erkältungsbedingten Erkrankungen mit leichtem Fieber
  • Als Tee oder Gurgellösung bei reizartigem Husten oder bei Heiserkeit
  • Als Tee bei leichten Unruhezuständen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Frische Blätter und Blüten als Einreibung gegen Altersflecken

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 2 bis 4 g der getrockneten Blüten aufgeteilt auf 3 bis 4 Tassen Tee pro Tag. Der Tee sollte möglichst warm getrunken werden um die gewünschte Schwitzkur zu unterstützen.

Anwendung bei Kindern*:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten Kindern erst ab 4 Jahren empfohlen. Als Tagesdosierung für Kinder ab 4 Jahren gelten (getrocknete Blüten als Tee):

4 – 10 Jahre 10 – 16 Jahre
2 g 2 – 4 g


Risiken und Nebenwirkung:
 Es gibt keine Hinweise auf Neben- oder Wechselwirkungen von Lindenblüten.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor. Eine Anwendung kann aufgrund fehlender Daten trotzdem nicht empfohlen werden.

Anmerkungen zur Zubereitung: Man konnte beobachten, dass der Lindenblütentee eher am Nachmittag/Abend vermag das Fieber zu senken.

Kurioses: Im Mittelalter wurden in Mitteleuropa vielfach unter der Linde Gericht gehalten oder Feste gefeiert. Deshalb findet man bis heute in vielen Dörfern die sogenannte Dorflinde im Zentrum.

Linde - Ferdinand Bernhard Vietz (1804): Abbildungen aller medicinischen ökonomische-technologischen Gewächse, Joseph Ederschen Kunsthandlung, Wien

Linde – Ferdinand Bernhard Vietz (1804): Abbildungen aller medicinischen ökonomische-technologischen Gewächse, Joseph Ederschen Kunsthandlung, Wien

* Quellen:
Haffner et al. (2011): Normdosen gebräuchlicher Arzneistoffe und Drogen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Stuttgart.
Bäumler, S. (2007): Heilpflanzenpraxis heute. Urban&Fischer Verlag. München.

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