Malve (Malva sylvestris & neglecta)

Die Malve ist in Mitteleuropa auch unter dem Namen Käsepappel bekannt. In der traditionellen europäischen Heilkunde werden die bestens verträglichen Blätter und Blüten seit Jahrhunderten bei Sodbrennen und Hustenerkrankungen verwendet.

Verwendete Pflanzenteile: Blüten und Blätter
Sammelzeitpunkt: Sowohl Blüten als auch Blätter werden kurz nach dem Aufblühen von Juni bis August geerntet
Wirkstoffe: (Blüten) Schleimstoffe, Anthocyane (Flavonoide); (Blätter) Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe
Wirkeigenschaften: Reizmildernd, schleimhautschützend, wundheilungsfördernd, zellschützend
Wirkmechanismus: Die sowohl in den Blüten, als auch in den Blättern enthaltenen Schleimstoffe legen sich auf die gereizten Schleimhäute im Mund-, Rachen- und Magenbereich und hüllen diese regelrecht ein. Dadurch wird eine weitere Reizung verhindert. Irritationen und Schmerzen werden dadurch abgemildert. Die in den Blüten enthaltenen Anthocyane neutralisieren Radikale, also wehren zellschädigende Stoffe ab. Zusätzlich wirken diese wundheilungsfördernd, wodurch Irritationen noch schneller abheilen können.

Malve

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Als Tee oder Sirup bei Reizhusten, sowie Reizungen im Mund- und Rachenraum (hier auch als Gurgellösung)
  • Als Tee bei Sodbrennen oder Magenschleimhautentzündung

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Als Tee äußerlich als Waschung oder Umschlag bei Hautausschlägen, Juckreiz oder kleinen Wunden

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 5 g der getrockneten Blüten oder Blätter aufgeteilt auf 3 bis 4 Tassen Tee pro Tag. Der Tee sollte möglichst in kleinen Portionen schluckweise getrunken werden.

Anwendung bei Kindern*:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten Kindern erst ab 3 Jahren empfohlen. Als Tagesdosierung für Kinder ab 3 Jahren gelten (als Tee):

3 – 10 Jahre 10 – 16 Jahre
2 bis 4 g 4 bis 5 g


Risiken und Nebenwirkung:
 Es gibt keine Hinweise auf Neben- oder Wechselwirkungen von Malvenblätter und -blüten.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Anmerkungen zur Zubereitung: Entgegen früherer Behauptungen muss wegen der enthaltenen Schleimstoffe nicht zwingend ein Kaltwasserauszug (Mazerat) hergestellt werden. Die Schleimstoff bleiben auch bei der Zubereitung eines Tees mit heißem Wasser intakt.

Kurioses: Der Name Käsepappel, kommt vom äußeren Erscheinungsbild der Malvenfrüchte, die einem Käselaib entsprechen. Der Name „Pappel“ leitet sich vom früheren Gebrauch als Nahrungsmittels ab. In Wasser gekocht waren Malvenfrüchte früher ein schleimhaltiges Nahrungsmittel und wurden als „Pappe=Brei“ auch Kindern verabreicht.

Malvenbllüte

Malve (5 von 5)

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