Augentrost (Euphrasia officinalis)

Von Süditalien bis in den Norden Europas wird Augentrost in der europäischen Volksmedizin bei Augenerkrankungen verwendet. Doch obwohl nicht nur im deutschen Namen (engl. eyebright, franz. casse-lunette) ein Hinweis auf eine weitverbreitete jahrhundertelange Anwendung steckt, nähert sich die moderne Forschung nur sehr zögerlich dieser Heilpflanze.

Augentrost

Augentrost

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile)
Sammelzeitpunkt: Juli bis September
Wirkstoffe: Iridoide, Lignane, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherisches Öl
Wirkeigenschaften: Entzündungshemmend, antimikrobiell, leberschützend, wundheilungsfördernd
Wirkmechanismus: Das Iridoidglykosid Aucubin wirkt über eine Hemmung des Arachidonsäurestoffwechsels entzündungshemmend und wirkt antimikrobiell. Auch die enthaltenen Gerbstoffe vermindern oberflächlich Entzündungen. Das enthaltene ätherische Öl entfaltet antimikrobielle Wirkungen. Letztlich ist hier aber vieles noch unerforscht.

Wissenschaftlich belegte und von Fachgesellschaften (ESCOP, HMPC, Kommission E) empfohlene Anwendungen:

  • Aufgrund fehlender Untersuchungen und wegen hygienischer Bedenken, wird derzeit von einer Anwendung am Auge abgeraten

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Äußerlich als Waschung oder Umschlag bei leichten Augenentzündungen, Gerstenkorn, tränenden Augen und leichten Augenreizungen
  • Innerlich als Tee bei Atemwegserkrankungen, vor allem Schnupfen
  • Innerlich als Tee zur Stärkung des Magens und des Kreislaufs

Tagesdosierung: Es werden 3 bis 4x täglich jeweils 3 g des getrockneten Krautes 10 Minuten in 200 ml Wasser gekocht und unverdünnt nach dem Abkühlen als Umschlag auf das Auge aufgelegt oder als Tee getrunken.

Anwendung bei Kindern:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten bei Kindern nicht empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung: Augentrost gilt als gut verträglich. Wegen einer möglichen zusätzlichen Kontamination des Auges wird derzeit von den Fachkreisen und zuständigen Kommissionen von der Anwendung am Auge abgeraten.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Anmerkungen zur Zubereitung: Bei Umschlägen beim Gerstenkorn sollte der Umschlag warm aufgelegt werden.

Kurioses: In der Signaturenlehre des Mittelalters sah man in den Blüten – die einem Auge ähneln – einen Hinweis auf die günstigen Wirkungen bei Augenerkrankungen. Erstmals erwähnt wurde Augentrost im 12. Jahrhundert bei Hildegard von Bingen.

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