Pustertaler Räuchermischung

Die Pustertaler Räuchermischung wird in leichten Abwandlungen rund um den zentralen Alpenhauptkamm in den Weihnachtsfeiertagen und um den Jahreswechsel geräuchert. 

Zutaten:
20 g Meisterwurz (auch erhältlich über Apotheken)
20 g Wachlderbeeren und/oder -nadeln (Wacholderbeeren erhältlich über Lebensmittelhandel oder Apotheken)
evt. auch etwas Weihrauch

 

Zubereitung:
Die Bestandteile mit einem Mörser oder einem Mixer fein zerkleinern und vermischen. Etwas Glut oder entzündete Räucherkohle in ein feuerfestes Gefäß geben und die Räuchermischung aufstreuen. Sobald der entstehende Rauch seinen aromatischen Geruch verliert, etwas von der Mischung nachstreuen.

Im Alpenraum wird heutzutage – entsprechend der Christianisierung dieses ursprünglichen heidnischen Rituals – am Weihnachtsabend (24. Dezember), zu Silvester und am Dreikönigstag im Zusammenhang mit Gebeten geräuchert. Mancherorts wird entsprechend den 12 Rauhnächten aber auch täglich vom 24./25. Dezember bis 6. Januar geräuchert. Haus und Hof sollen auf diese Weise von schlechten Mächten gereinigt, sowie Glück und Gesundheit im neuen Jahr gefördert werden.

Meisterwurz und Wacholder gehören zu den ältesten Räucherstoffen Europas und werden laut antiken Aufzeichnungen seit Jahrtausenden zu rituellen Zwecken verwendet. So schreibt Tacitus beispielsweise über Bestattungszeremonien bei den Germanen, dass diese ihre Toten bei Verbrennungsritualen auf aromatisch duftenden Hölzern wie Wacholder (dies zeigen archäologische Funde) legten.

Im Alpenraum nennt man Meisterwurz bis heute auch Thomaswurz. Diese namentliche Verbindung kommt aus der Verwendung der Meisterwurz in den Rauhnächten. Der Thomastag ist der 21. Dezember, also der Tag der Wintersonnenwende, der in früheren Zeiten wohl ursprünglich den Beginn bzw. das Zentrum der Rauhnächte markierte. Denn letztlich bezogen sich die Rauhnächte wohl auf die Wintersonnenwende und wurden erst später zu einem weihnachtlichen Ritual umgedeutet.

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