Schwarzer Rettich Sirup

Wir haben euch bereits einige Möglichkeiten zur Herstellung eines Hustensirups beschrieben. Aus Rettich einen Hustensaft zu kreieren ist dabei wohl eine der einfachsten und schnellsten Möglichkeiten.

Zutaten:
1 Rübe Schwarzer Rettich
Zucker

Zubereitung:
Man schneidet die Rübe am oberen Ende ab und hölt mit einem Messer die Rübe aus. Dabei sollte ca. 1/3 bis die Hälfte der Rübe ausgehöhlt werden. Dann füllt man die Rübe bis zum Anschlag mit Zucker und stellt das Ganze aufrecht (am besten auf ein kleines Glas stellen) in den Kühlschrank. Innerhalb weniger Stunden bildet sich nun durch osmotische Kräfte des Zucker ein Sirup. Diesen Sirup sollte man in saubere kleine Flaschen füllen und innerhalb weniger Tage aufbrauchen. Man kann hiervon bei Husten (allerdings nicht bei Gastritis oder Magengeschwüren) mehrmals täglich 1 Teelöffel zu sich nehmen.

Warum hilft Rettichsirup bei Husten?
Rettich enthält sogenannte Senfölglykoside. Das sind scharf schmeckende Verbindungen, welche diverse Bakterien (grampositive und gramnegative), Viren (auch Influenza) und Pilze hemmen. In der Pflanze sind es Schutzstoffe, welche diese vor Keimen und Fraßfeinde schützen.
Werden diese Stoffe nun verzehrt, wird das flüchtige Senföl im Körper freigesetzt, an Blutkörperchen gebunden und über die Niere und über die Lunge ausgeschieden. Die antimikrobiell wirkenden Senföle werden also über die Lunge abgeatmet und als Harn ausgeschieden. Folglich wirken diese in den Bronchien und in den ableitenden Harnwegen antimikrobiell. Dies erklärt weshalb Rettich und andere Senfölglykosidreiche Pflanzen wie Meerrettich, Brunnenkresse und Kapuzinerkresse schon sehr sehr lange bei Husten, Bronchitis und Harnwegsinfekten verwendet werden.

Senfölreiche Pflanzen kann man nicht erhitzen (beispielsweise zu einem Sirup einkochen), da ansonsten das flüchtige Senföl entweichen bzw. zerstört würde. Dasselbe würde beim Trocknen passieren. Man kann diese deshalb nur in frischem Zustand roh verzehren, oder in Form sogenannter osmotischer Schichtsirupe (zu welchem letztlich auch der ausgehöhlte Rettich zählt) herstellen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Weitere Rezepte und Tipps gegen Husten und Co. findet ihr auch im Band 3 der neuen Kraut und Wurzel Reihe: „Husten und Schnupfen“
(Ladenpreis 10 Euro, ISBN:978-8872836514)

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