Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Spitzwegerich ist seit Jahrhunderten eine der wichtigsten Heilpflanzen der traditionellen europäischen Medizin. In vielen Gegenden – unter anderem in Südtirol – wird Spitzwegerich wegen seiner ausgesprochen guten Wirksamkeit bei Husten auch „Lungenkraut“ genannt.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeitpunkt: Mai bis September
Wirkstoffe: Schleimstoffe, Iridoidglykoside (Aucubin, Catalpol), Kieselsäure, Flavonoide

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Tee oder Sirup (am einfachsten Schichtsirup) bei Husten, vor allem bei Reizhusten
  • Tee oder Kaltwasserauszug als Spülung bei Entzündungen im Mund und Rachenraum

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Frisches Blatt leicht zerdrückt auf Insektenstiche
  • Frisches Blatt oder Presssaft auf Wunden und Geschwüre
  • Presssaft bei Ohrenschmerzen
  • Zerdrückte frische Blätter als Umschlag bei Kropferkrankungen

Tagesdosierung: 3-6g der getrockneten Spitzwegerichblätter, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen pro Tag.

Anwendung bei Kindern: Als Tagesdosierungen gelten ab 1 Jahr:

1-4 Jahre 4-10 Jahre 10-16 Jahre
1-2g 2-4g 3-6g

Risiken und Nebenwirkung:
Nach derzeitigem Wissensstand sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Der Tee eignet sich auch während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Besonderheiten bei der Zubereitung:
Da bei der Teeherstellung die für die antibakterielle Wirkung wichtigen Wirkstoffe nicht gebildet werden, bewirkt ein Presssaft oder ein Fluidextrakt bei der Anwendung zur Wundheilung und bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum ausgeprägtere Wirkungen. Alternativ kann auch ein Kaltwasserauszug (1,5g getrocknete Blätter auf 150ml Wasser) hergestellt werden.
Spitzwegerichblätter müssen rasch getrocknet werden (ca. 50°C im offenen Backrohr). Sind die getrockneten Blätter bräunlich gefärbt ist dies ein Hinweis auf eine schlechte Qualität. Denn diese bräunlichen Verfärbungen entstehen bei einer zu langen Trocknungszeit oder zu feuchter Lagerung.

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