Thymian (Thymus vulgaris)

Thymian ist nicht nur ein herrliches Gewürz, sondern auch eine sehr wirksame Heilpflanze. Seit Jahrhunderten wird Thymian vor allem als ein schleim- und krampflösendes Hustenmittel eingesetzt.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut
Sammelzeitpunkt: Das blühende Kraut von Juni bis August
Wirkstoffe: Ätherisches Öl, Flavonoide, Rosmarinsäure
Wirkeigenschaften: Schleimlösend, krampflösend, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, blähungstreibend, galletreibend

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Tee, Sirup oder Flüssigextrakt innerlich bei Bronchitis, Keuchhusten und bei Katarrhen der oberen Atemwege
  • Teeauszug oder Flüssigextrakt äußerlich als Spülung bei Entzündungen der Mundschleimhaut und bei Mundgeruch

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Teeauszug äußerlich als Waschung bei Hautunreinheiten (Akne)
  • Teeauszug innerlich bei Nervosität
  • Salbe oder alkoholischer Auszug äußerlich als Einreibung bei Rheumatismus

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 4,5g des getrockneten Krautes. Vom Thymiansirup können mehrmals täglich 10ml eingenommen werden. Vom Flüssigextrakt (1:10, Auszugmittel 70% Alkohol) 1-3x täglich 1-2g.

Anwendung bei Kindern*:
Als Tagesdosierung für Kinder ab 4 Jahre gelten:

Zubereitung 4-10 Jahre 10-16 Jahre
Thymiankraut (Tee) 1-2g pro Tasse 1-2g pro Tasse
Thymianflüssigextrakt 2x täglich 0,5-0,75g 2x täglich 0,5-0,75g

Risiken und Nebenwirkung: Thymian gilt als sehr gut verträglich und eignet sich grundsetzlich auch für Kinder. Da allerdings Daten fehlen empfehlen Fachgesellschaften die Anwendung bei Kindern erst ab 4 Jahren. Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch in der empfohlenen Tagesdosierung sind keine negativen Auswirkungen zu befürchten. Eine sehr lange Anwendung hoher Dosen kann eine thyreotoxische Krise auslösen. Das ätherische Öl darf nur in starker Verdünnung angewendet werden. In zu hoher Dosierung führt das ätherische Öl je nach Sorte zu Verdauungsproblemen und in noch höherer Dosierung zu hemmenden Effekten bei Atmung und Herztätigkeit.
Bei Säuglingen und Kleinkindern bis 2 Jahren darf das ätherische Tymianöl (außer Chemotyp linalool) nicht verwendet werden, da es hier zum sogenannten Kratschmer-Reflex mit Atemdepression bis hin zum Atemstillstand kommen kann.
Das ätherische Thymianöl des Chemotyps linalool (Thymian ct. linalool) ist ein sehr mildes ätherisches Öl das auch bei Kindern äußerlich anwendbar ist.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Es gibt keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf Schwangerschaft und Stillzeit. Aufgrund fehlender Daten zur Unbedenklichkeit wird derzeit die Anwendung nicht empfohlen.

Kurioses:
In Untersuchungen zeigte sich, dass der Teeauszug und der Flüssigextrakt von Thymian möglicherweise gegen Heliobacter plyori Infektionen helfen können.

* Quellen:
Haffner et al. (2011): Normdosen gebräuchlicher Arzneistoffe und Drogen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Stuttgart.
Bäumler, S. (2007): Heilpflanzenpraxis heute. Urban&Fischer Verlag. München.

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