Wie macht man einen Wickel?

Schon mal einen Wickel selbstgemacht? Wickel sind zu recht wieder in aller Munde. Dieses alte und einfach zu handhabende Hausmittel kann bei vielen Beschwerden wahre Wunder wirken.

Ein Wickel besteht in der Regel aus 3 Lagen: Innentuch, Zwischentuch und Außentuch. Wickel werden meist in Form von Tinkturen, Abkochungen, Essigauszügen oder gleich direkt mit dem zerkleinerten frischen Pflanzenmaterial aufgelegt. Ein Wickel kann warm oder kalt angelegt werden. Warm wird dieser bei chronischen, kalt bei akuten Beschwerden eingesetzt.

  • Als Innentuch eignen sich Leinen, Baumwollwindeln, Stofftaschentücher, Geschirrtücher oder Stoffreste. Das Innentuch wird mit dem Pflanzenauszug getränkt, ausgewrungen und faltenfrei auf die Haut aufgelegt. In bestimmten Fällen kann auch das zerkleinerte Pflanzenmaterial (Kohlblätter) direkt auf die Haut aufgetragen werden, in diesem Fall entfällt das Innentuch.
  • Das Zwischentuch verhindert die Verfärbung des Außentuches und sollte am besten aus Naturmaterialien bestehen. Beispielsweise eignet sich ein Stück Leinen- oder Baumwollstoff.
  • Das Außentuch dient zum Fixieren und gegebenenfalls auch zum Wärmen, daher sollte es am idealsten aus Molton oder Wolle bestehen. Je nach Körperteil kann ein Schal, ein Dreieckstuch, eine Mütze o. Ä. verwendet werden.

Es gibt zahlreiche Variationen von Wickel:

Fiebersenkende Wickel

Ein Wickel zur Senkung von Fieber ist bis heute gerade bei Kindern sinnvoll. Er wirkt nämlich nicht nur fiebersenkend, sondern wirkt zusätzlich schlaffördernd. Es ist ein Wickel der kühlend wirkt. Durch den Verdunstungseffekt kommt es nämlich ähnlich wie beim Schwitzen zu einem fiebersenkenden Effekt. Auch wenn die Anwendung sehr einfach ist, gilt es doch einige Punkte zu beachten:

  • Fiebersenkende Wickel sollten erst ab höherem Fieber angelegt werden (Fieber >38,5°C).
  • Den Wickel nicht wirklich kalt, sondern vielmehr lauwarm anlegen.
  • Weil man sich bei Fieber sowieso mit einer Bettdecke zudecken sollte, entfällt hier das Außentuch, sodass das Zwischentuch als Fixierung dient.
  • Wadenwickel an beiden Waden oder Füßen gleichzeitig anlegen (Gelenke dabei frei lassen) oder alternativ auf der Stirn auflegen.
  • Den Wickel nicht zu eng anlegen, damit die Feuchtigkeit verdampfen kann.
  • Die Wickel sollten, sobald der kühlende Effekt nicht mehr spürbar ist (nach circa 20 Minuten), erneuert werden und können dann auch mehrmals hintereinander angelegt werden. Je höher das Fieber, in desto kürzeren Abständen wird der Wickel erneuert.
  • Mit fiebersenkenden Wickel lässt sich das Fieber um ungefähr um einen halben Grad absenken.
  • Sind die Waden trotz Fieber kalt, sollte man keinen Wickel anlegen.

Wickel bei Erkältungskrankheiten

Bei Erkältungskrankheiten mit Halsschmerzen und Husten wird der Wickel warm entweder auf die Brust oder den Hals aufgebunden und einige Stunden so belassen.
Mit Thymian- oder Eukalyptustee lassen sich Brustwickel herstellen. Bei Husten sind auch warme Brustwickel mit Topfen (Quark) möglich.
Zwiebel, Zitrone, Kartoffeln und Ingwer werden bei Erkältungskrankheiten auch frisch verwendet: Sie werden dabei in Scheiben geschnitten und in ein Tuch eingerollt oder grob zerkleinert aufgetragen (Ingwer wird hierzu mit etwas Wasser vermengt). Empfindliche Personen sollten auf Zitrone und Ingwer allerdings wegen möglicher Hautreizungen verzichten.
Zitronen- und Kartoffelwickel eignen sich warm angelegt vor allem bei Halsschmerzen. Zwiebel können bei Husten, Halsschmerzen und Ohrenschmerzen eine Linderung bewirken.

Wickel bei Muskel- und Gelenkschmerzen

Wickel bei Prellungen, Verstauchungen oder Gelenkschmerzen werden bei akuten Beschwerden kalt angelegt und können mehrere Stunden auf der betroffenen Stelle belassen werden. Durch die anfängliche Verdunstung des nassen Wickels kommt es zu einem kühlenden Effekt. Nach einigen Minuten kommt es dann durch die verstärkte Durchblutung zu einer Erwärmung der Haut und des darunterliegenden Gewebes. Dadurch werden die pflanzlichen Inhaltsstoffe optimal an die Haut abgegeben.
Besonders geeignet bei Gelenkschmerzen sind Arnika- und Beinwelltinktur, eine Abkochung aus Heublumen, sowie Kohlblätter (werden vor der Anwendung mit einem Nudelholz etwas zerdrückt und direkt auf die Haut aufgelegt).

Der Feucht-heiße Wickel

Der Feucht-heiße Wickel wird etwas wärmer angelegt (Vorsicht! nicht zu heiß um Verbrennungen zu vermeiden) und bewirkt am darunterliegenden Gewebe und Organen sehr intensive durchblutungsfördernde Effekte. Dadurch wirkt der feucht-heiße Wickel anregend auf Organe wie die Leber und krampflösend auf Magen-Darm und Unterleibsorgane. Bei krampfartigen Schmerzen wie Bauchschmerzen und Menstruationsschmerzen haben sich besonders feucht-heiße Wickel aus Kamillentee und Heublumen bewährt. Anregende Leberwickel können beispielsweise mit Abkochungen aus Schafgarbe durchgeführt werden.

Um die Wirkung zu verstärken, kann man auf den Wickel noch eine Wärmflasche legen. Der Wickel wird 5 bis 15 Minuten an der betroffenen Stelle belassen. Dann wird das Innentuch entfernt und durch ein trockenes ersetzt, beziehungsweise nur das Außentuch wieder fixiert und gegebenenfalls die Wärmflasche wieder entfernt. Feucht-heiße Wickel sollten im Regelfall 1-mal täglich durchgeführt werden, bei akuten Beschwerden kann der feuchtheiße Wickel auch 2-3-mal täglich angewandt werden. Anschließend sollte man mindestens 30 Minuten ruhen.

Viel Spaß beim Wickeln!

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