Eibisch (Althaea officinalis)

Schon in der Antike verwendeten griechische und römische Heiler wie Theophrastos Eibisch als Hustenmittel. Dies ist wenig verwunderlich, legen sich doch die enthaltenen Schleimstoffe um die gereizten Schleimhäute in Mund- und Rachenraum und mildern dadurch trockenen, reizartigen Husten und Heiserkeit.

Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter
Sammelzeitpunkt: Die Wurzel wird im Spätherbst, die jungen Blätter werden im Frühsommer gepflückt
Wirkstoffe: Polysaccharide (Schleimstoffe), Flavonoide
Wirkeigenschaften: Hustenreizstillend, schleimhautschützend, immunstimulierend

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten
  • Leichte Entzündungen der Magenschleimhaut

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Teeauszug als Umschlag bei Verletzungen und Verbrennungen der Haut
  • Teeauszug als heißer Umschlag bei Furunkeln

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 6 g Wurzel oder 5 g der getrockneten Blätter. Vom Eibischsirup kann man mehrmals täglich 10g einnehmen.

Anwendung bei Kindern*:
Als Tagesdosierung für Kinder ab 1 Jahr gelten:

Zubereitung 1-4 Jahre 4-10 Jahre 10-16 Jahre
Eibischblätter 1 Tasse (1,5 g) täglich 2 Tassen (je 1,5 g) täglich 3 Tassen (je 1,5 g) täglich
Eibischwurzel 1 Tasse (2 g) täglich 2 Tassen (je 2 g) täglich 3 Tassen (je 2 g) täglich
Eibischsirup 3 ml (täglich) 3-5 ml (täglich) 6-9 ml (täglich)

Risiken und Nebenwirkung: Eibisch gilt als sehr gut verträglich und eignet sich auch für Kinder. Eibisch sollte aber mit zeitlichem Abstand zu anderen Arzneimitteln eingenommen werden, da eine verminderte Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln nicht ausgeschlossen werden kann. Der Abstand zu anderen Arzneimitteln sollte 1/2 bis 1 Stunde betragen.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Es gibt keine Hinweise auf negative Auswirkungen auf Schwangerschaft und Stillzeit.

Kurioses:
Die reizmildernde Wirkung entfaltet sich umso stärker, je länger die Schleimstoffe Kontakt mit den Schleimhäuten haben. Deshalb sollten kleine Dosen mehrmals täglich eingenommen werden und diese möglichst lange im Mund behalten, beziehungsweise langsam geschluckt werden. Bonbons und Lutschtabletten können hierfür neben Tee, Saft oder Sirup besonders nützlich sein.

Hinweise zur Zubereitung:
Bei der Zubereitung von Eibisch sind einige wesentliche Punkte zu beachten: Während die Blätter entgegen früherer Ratschläge in Form eines Tees mit heißem Wasser übergossen werden können, sollten die grob zerkleinerten Wurzeln für die innerliche Anwendung mit kaltem Wasser in Form eines Kaltwasserauszuges (1 Teelöffel der grob zerkleinerten Wurzel mit 150ml kaltem Wasser übergießen, 1 bis 2 Stunden stehen lassen, danach kurz zum Sieden erhitzen, abkühlen lassen und durch ein Teesieb filtrieren) zubereitet werden. Kocht man die Wurzel gleich in heißem Wasser, verkleistert nämlich die enthaltene Stärke und verhindert das Herauslösen der gewünschten Schleimstoffe.

* Quellen:
Haffner et al. (2011): Normdosen gebräuchlicher Arzneistoffe und Drogen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Stuttgart.
Bäumler, S. (2007): Heilpflanzenpraxis heute. Urban&Fischer Verlag. München.

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