Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Als Paracelsus im 15. Jahrhundert schrieb, das „Sanct Johannskraut“ helfe gegen Fantasien, die den Menschen in Verzweiflung bringen, deutete er bereits die heute hochgeschätzte antidepressive Wirkung des Johanniskrautes an.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile)
Sammelzeitpunkt: Juni bis August
Wirkstoffe: Hypericin, Hyperforin, Xanthone, Flavonoide
Wirkeigenschaften: Antidepressiv, durchblutungsfördernd, antibakteriell, antiviral, schmerzlindernd

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Trockenextrakt (Kapsel oder Tabletten) gegen leichte bis mittelschwere Depressionen, psychovegetative Störungen, Angst und nervöse Unruhe
  • Johanniskrautöl innerlich gegen Verdauungsbeschwerden
  • Johanniskrautöl äußerlich gegen Neuralgien (z.b. Gürtelrose), Myalgien, Prellungen und leichten Verbrennungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Johanniskrautöl oder Tee innerlich bei Halsschmerzen und Bronchitis
  • Johanniskrautöl äußerlich bei Wunden
  • Johanniskrautöl bei Ohrenschmerzen ins Ohr geträufelt
  • Johanniskrautöl und Tinktur äußerlich bei rheumatischen Schmerzen, Gicht und Bandscheibenleiden

Tagesdosierung: 2-4 g des getrockneten Johanniskrautes, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag. Für die Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen eignen sich besonders Fertigpräparate mit 300-900mg Trockenextrakt.

Anwendung bei Kindern: Als Tagesdosierungen gelten für Kinder ab 4 Jahren (getrocknetes Johanniskraut):

4-10 Jahre 10-16 Jahre
2-3 g 2-4 g

Risiken und Nebenwirkung: Johanniskraut kann den Blutspiegel zahlreicher Wirkstoffe (z.b. Amitryptylin, Cyclosporin, Digoxin, Ininavir, Irinotecan, Warfarin, Phenprocoumon, orale Kontrazeptiva, Simvastatin, Alprazolam und Dextromorphan) verringern, wodurch diese schwächer wirken. Johanniskraut kann innerlich eingenommen das Auftreten von Sonnenbränden begünstigen. Man sollte Johanniskraut nicht mit anderen Antidepressiva kombinieren, da dies zu einem sehr gefährlichen Serotoninsyndrom führen kann. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Johanniskraut zu Verdauungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Juckreiz führen.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Da die Datenlage bezüglich der Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sehr schwach ist, wird die diesbezügliche Anwendung nur nach ärztlicher Anordnung empfohlen.

Kurioses:
In Hexenprozessen verabreichte man den Beschuldigten Johanniskrauttropfen, um sie dem Einfluss des Teufels zu entziehen und ihnen Geständnisse zu entlocken.

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