Quendel (Thymus pulegioides)

Quendel ist eine der beliebtesten Heilpflanzen des Alpenraumes. Aufgrund ihres aromatischen Geruchs wird diese mit dem Thymian eng verwandte Heilpflanze bereits seit Jahrtausenden hochgeschätzt.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut (oberirdische Teile)
Sammelzeitpunkt: Mai bis August
Wirkstoffe: Ätherisches Öl (Carvacrol, Thymol), Lamiaceengerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide
Wirkeigenschaften: Schleimlösend, krampflösend, antimikrobiell

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Tee oder Sirup bei krampfartigen Hustenattacken und schleimigem Husten

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Alkoholischer Auszug oder Tinktur äußerlich bei rheumatischen Schmerzen und Verstauchungen
  • Abkochung als Badezusatz bei Wechseljahrsbeschwerden
  • Abkochung als Waschung oder Umschlag bei Akne
  • Tee bei Schlafstörungen und Nervosität

Tagesdosierung: 6 g des getrockneten Quendelkrautes, aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen pro Tag.

Anwendung bei Kindern: Als Tagesdosierungen gelten:

0-1 Jahr 4-10 Jahre 4-10 Jahre 10-16 Jahre
0,5-1 g 1-2 g 3-5 g 5-10 g

Risiken und Nebenwirkung:
Nach derzeitigem Wissensstand sind bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keinerlei Nebenwirkungen zu erwarten. Personen die allergisch auf Birkenpollen und Sellerie reagieren, können durch eine Kreuzallergie auch auf Thymian und Quendel eine allergische Reaktion entwickeln.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Bisher gibt es keine Hinweise, wonach bei der Anwendung von Quendel in Schwangerschaft und Stillzeit negative Auswirkungen zu erwarten sind.

Kurioses:
Quendel wird auch gerne in der Bienenzucht verwendet. Bienenstöcke werden mit Quendel geräuchert, um die Varroamilbe zu bekämpfen. Außerdem wird der Bienenstock mit Quendel ausgerieben, damit sich die Bienen nach dem Ausschwärmen wieder leichter einfangen lassen.

Da das Quendelkraut keine definierte Stammpflanze besitzt, werden auch andere Thymus-Arten aus Mitteleuropa und dem Balkan als Quendelkraut bezeichnet und in ähnlicher Weise verwendet (Thymus pulegoides, Thymus glabrescens, Thymus kosteleckyanus usw.). Da sich die Inhaltsstoffe in diesen Thymus-Arten sehr ähneln, dürfte es keine große Rolle spielen, welche dieser Arten man verwendet. Insgesamt ist die Wirkung milder als beim echten Thymian (Thymus vulgaris).

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