Sonnenhut (Echinacea purpurea & pallida)

Sonnenhut ist ein immunstärkendes Erkältungsmittel und stammt ursprünglich aus der indianischen Medizin Nordamerikas. Bei den ersten Symptomen eingenommen, kann damit eine beginnende Erkältung abgefangen werden.

Verwendete Pflanzenteile: Kraut, Wurzel
Sammelzeitpunkt: Frühling und Herbst (Wurzel), Juli bis August (Kraut, kurz vor der Blüte)
Wirkstoffe: Polysaccharide, Alkylamide, Cichoriensäure, ätherisches Öl
Wirkeigenschaften: Immunstärkend, immunmodulierend, entzündungshemmend, antiviral (u.a. Influenza- und Herpesviren), antibakteriell

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Tinktur, Presssaft oder Trockenextrakt aus Kraut oder Wurzel innerlich bei grippalen Infekten, vor allem bei wiederkehrenden Infekten im Bereich der Atemwege und der Harnwege
  • Presssaft äußerlich in Form von Umschlägen oder einer Salbe bei schlecht heilenden Wunden

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Presssaft äußerlich bei Fieberblasen und Gürtelrose
  • Presssaft oder Tinktur gegen Zahnschmerzen

Tagesdosierung: Für die innerliche Anwendung 6-9 ml Presssaft (Kraut), bzw. 3x täglich 60 Tropfen der Tinktur (Wurzel). Da sich das Immunsystem nicht ständig stimulieren lässt, ist die Anwendung auf maximal acht Wochen beschränkt. Nach einer mindestens einwöchigen Pause kann man die Anwendung wiederholen.
Für die äußerliche Anwendung sollte der Presssaft unverdünnt oder verdünnt (mind. 15% Presssaft) in Form eines Umschlages oder einer Salbe aufgetragen werden.

Anwendung bei Kindern:
Als Tagesdosierung (Presssaft) für Kinder gelten:

1-4 Jahre 4-10 Jahre 10-16 Jahre
3-5 ml 6-9 ml

Laut EMEA sollte die Anwendung von Echinacea bei Kindern ohne ärztliche Verschreibung erst ab 12 Jahren erfolgen.

Risiken und Nebenwirkung: Nebenwirkungen sind selten. Dosisabhängig kann es zu Schüttelfrost, Fieber und Übelkeit kommen. Wie bei anderen Immunstimulantien können bei der Anwendung von Sonnenhut bestehende Autoimmunerkrankungen und Allergien verschlechtert werden. Laut EMEA darf Echinacea bei Multipler Sklerose, Tuberkulose, Lukosen, HIV und Kollagenopathien nicht verwendet werden. Bei bestehender Allergie auf Korbblütler sollte ebenfalls auf Echinacea verzichtet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit:
In einer Untersuchung mit 412 schwangeren Frauen konnten keine negativen Auswirkungen von Sonnenhut festgestellt werden. Trotzdem sollte die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.

Kurioses:
Im 18. Jahrhundert lernten europäische Siedler erstmals Sonnenhut von den nordamerikanischen Ureinwohnern kennen. Diese benutzten den Presssaft von Sonnenhut bei Wunden und Schlangenbissen. Auf der Jagd kauten sie die Wurzel um den Körper zu kräftigen.
Der Name Echinacea leitet sich vom lateinischen Wort „echinus“= Igel ab und bezieht sich auf die stacheligen Blütenköpfe.

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