Efeu (Hedera helix)

Efeublätter gehören zu den fundiertesten pflanzlichen Hustenmitteln der Kräuterkunde Europas. Zahlreiche Studien belegen schleimlösende und krampflösende Effekte.

Verwendete Pflanzenteile: Blätter
Sammelzeitpunkt: August und September
Wirkstoffe: Saponine (Triterpensaponine)
Wirkeigenschaften: schleimlösend, krampflösend, antibakteriell, pilzhemmend
Wirkmechanismus: Sogenannte Triterpensaponine wirken schleimlösend, antibakteriell und pilzhemmend. Efeuextrakte wirken darüber hinaus auch krampflösend, weshalb sie sich insgesamt sehr günstig bei krampfartigen Hustenattacken, Bronchitis, Keuchhusten und generell bei verschleimten Atemwegen auswirken.

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Als Hustensirup, Lutschtabletten, Hustentropfen oder Brausetabletten bei produktivem Husten und zur symptomatischen Behandlung von chronisch-entzündlichen Hustenerkrankungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Die frischen Blätter als Auflage auf Hühneraugen
  • Die Tinktur oder eine Abkochung äußerlich als Wickel oder Einreibung bei rheumatischen Schmerzen

Tagesdosierung: Für die Zubereitung eines Tees verwendet man in etwa 0,1 g der getrockneten Blätter pro Tasse Tee. Erwachsene können diesen 3 bis 4 mal täglich trinken. Die Teezubereitung aus getrockneten Efeublättern ist allerdings nicht mehr wirklich gebräuchlich. Denn wegen der geringen Tagesdosierung, ist es im Hausgebrauch schwer die richtige Dosierung zu erreichen. Bei zu hohen Mengen kann es vermehrt zu Nebenwirkungen im Magen-Darmtrakt wie Erbrechen kommen. Deshalb wird heutzutage eher auf standardisierte Efeuextrakte, die es in Form von Tropfen, Säften, Lutschtabletten, Zäpfchen und Brausetabletten in der Apotheke gibt, zurückgegriffen. Die empfohlene Tagesdosierung richtet sich dabei je nach gewähltem Präparat.

Anwendung bei Kindern*:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, die Anwendung sollte allerdings nur mit hierfür zugelassenen Efeuzubereitungen erfolgen. Die empfohlene Tagesdosierung richtet sich dabei je nach gewähltem Präparat.

Risiken und Nebenwirkung: Bei der Verwendung von frischen Efeublättern besteht – im Gegensatz zu den getrockneten Blättern – das Risiko allergischer Hautreaktionen. In seltenen Fällen kann die Einnahme von Efeuzubereitungen, durch die enthaltenen Saponine, zu Reizungen im Magen-Darmtrakt mit Übelkeit und Durchfall führen.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Anmerkungen zur Zubereitung: Aus Efeu lässt sich auch eine Seife herstellen. Die Saponine – welche seifenartige Wirkungen erzeugen – sind nämlich sehr gut wasserlöslich. Man zerkleinert hierfür einfach eine Handvoll frischer Efeublätter, gibt diese in eine Flasche Wasser und schüttelt diese. Innerhalb kurzer Zeit entsteht eine schaumartige Flüssigkeit, die sich als Seife nutzen lässt. Aber auch hier gilt: die Saponine können bei empfindlichen Personen zu allergischen Hautreaktionen führen, weshalb man die Seife anfangs nur probeweise auf einem kleinen Hautareal ausprobieren sollte.

Kurioses: Wegen der immergrünen Blätter, welche auch im Winter ihr Grün bewahren, galt Efeu über Jahrhunderte als ein Zeichen der Wiedergeburt und des wiederkehrenden Frühlings. Deshalb ist Efeu bis heute ein beliebter Grabschmuck und wird vielerorts in den Palmstrauß gebunden.

* Quellen:
Haffner et al. (2011): Normdosen gebräuchlicher Arzneistoffe und Drogen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Stuttgart.
Bäumler, S. (2007): Heilpflanzenpraxis heute. Urban&Fischer Verlag. München.

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