Arnika

Hildegard von Bingen war die Erste, die Arnika im Mittelalter als Heilmittel beschrieben hatte. Heute gehört Arnikaschnaps oder Arnikaöl in den Alpenländern zum hochgeschätzten Inventar vieler Hausapotheken und gilt als eine der besten entzündungshemmenden und schmerzstillenden Heilpflanzen.

Verwendete Art: Arnika (Arnica montana)
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten
Sammelzeitpunkt: Juni und Juli. Vorsicht: Arnika steht unter Naturschutz! Man kann getrocknete Blüten über Apotheken beziehen, diese stammen aus angebauten Kulturen und belasten dadurch nicht die heimischen Bestände.
Wirkstoffe: Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Flavonoide, ätherisches Öl, Cumarin
Wirkeigenschaften: Entzündungshemmend, ödemhemmend, schmerzstillend, durchblutungsfördernd, antibakteriell

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Arnikatinktur, -schnaps, -tee oder -gel (jeweils auch als Wickel) äußerlich bei Hämatomen (Blaue Flecken), Quetschungen, Prellungen, Zerrungen, sowie bei akuten Sportverletzungen und seit kurzem auftretenden Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Arnikasalbe, creme oder -öl bei chronischen, d.h. bereits seit längerem bestehenden Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie bei rheumatischen Schmerzen
  • Arnikatinktur äußerlich bei Insektenstichen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Arnikatinktur, -schnaps, -öl oder -salbe äußerlich bei Wunden, Geschwüren, Venenentzündung, Hämorrhoiden
  • Arnikatinktur oder -schnaps als Mundspülung bei Zahnfleisch-, Mund- und Rachenraumentzündungen
  • Arnikaschnaps als Umschlag bei Milchstauung und Brustdrüsenentzündung

Tagesdosierung: Arnika darf nur äußerlich verwendet werden. Für Umschläge überbrüht man 2g der getrockneten Blüten mit 100g Wasser, lässt dies 5-10 Minuten ziehen und legt den abfiltrierten Auszug nach dem Abkühlen in Form von Umschlägen mehrmals täglich auf. Die Tinktur verdünnt man für Umschläge auf das 3-10fache, bereitet man daraus eine Mundspülung auf jeden Fall auf das 10fache. Salben, Cremen und Gele bereitet man mit bis zu max. 25% Arnikatinktur.

Arnika Schmerzen Wunden Hämatom Prellung Verstauchung
Arnikablüte

Anwendung bei Kindern: Arnika nur äußerlich anwenden. Arnika kann bei Kindern ab 10 Jahren verwendet werden.

Risiken und Nebenwirkung: Die Arnikatinktur sollte vor der äußerlichen Anwendung mindestens auf das 3-Fache verdünnt werden, da es sonst zu allergischen Hautreaktionen mit Bläschenbildung kommen kann. Bei einer bekannten Allergie gegenüber Korbblütler sollte auf Arnika gänzlich verzichtet werden. Die innerliche Anwendung von Arnika ist gefährlich. Es wird von Todesfällen berichtet bei welchen bereits ein Schnapsglas (2cl) Arnikaschnaps zum Tod führte. Arnika übt nämlich starke Wirkungen auf das Herz aus. Hierbei kommt es zu herzstärkenden Wirkungen, die allerdings schnell zum Herzstillstand führen können.

Schwangerschaft und Stillzeit:
Laut den hierfür zuständigen Fachgremien (ESCOP), kann Arnika äußerlich bedenkenlos auch in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Kurioses:
Der berühmte Arzt und Biologe Conrad Gesner aus der Schweiz starb im Jahr 1565 bei dem Versuch zu Beweisen, dass Arnika ungiftig sei.
Früher wurden getrocknete Arnikablätter auch als Schnupftabak gebraucht, deshalb nennt man ihn in mancherorts auch Bergtabak.

Weitere Infos, Tipps und Rezepte findet ihr in unseren Büchern.Kraut und Wurzel, Bücher, Kindergesundheit, Frauengesundheit, Verdauung und Entschlackung, Haut und Haare, Husten und Schnupfen

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