Blühender Enzian Schnaps Appetit Magen Genuss

Enzian

Enzian ist eines der Highlights der alpinen Kräuterkunde und wurde schon vor 2000 Jahren im alten Rom als magenstärkende Arznei geschätzt.

Heute ist diese Heilpflanze wegen der ausgeprägten Sammeltätigkeit in den letzten Jahrhunderten selten geworden und steht im gesamten Alpenraum unter Naturschutz. Man muss aber trotzdem nicht auf diese wertvolle Heilpflanze verzichten, denn Enzian lässt sich auch auf Feldern kultivieren und ernten.

Verwendete Art: Gelber Enzian (Gentiana lutea)
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Sammelzeitpunkt: Enzian steht unter Naturschutz! (man bekommt die Enzianwurzel aber über Apotheken oder Kräuterhöfe zu kaufen)
Wirkstoffe: Bitterstoffe (Secoiridoide), Xanthone, ätherisches Öl
Wirkeigenschaften: Appetitsteigernd, verdauungsfördernd, blähungstreibend
Wirkmechanismus: Die in der Wurzel enthaltenen Bitterstoffe regen reflektorisch Speichel und diverse Verdauungssäfte an. Dadurch wird der Speisebrei besser verdaut, Völlegefühl gelindert und Blähungen reduziert. Zusätzlich kann – sofern man Enzian vor dem Essen einnimmt – auch der Appetit gesteigert werden.

Wissenschaftlich belegte Anwendungen:

  • Als Tee, Tinktur oder Sirup innerlich bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl oder Blähungen

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Als Tee, Tinktur oder Sirup innerlich als Stärkungsmittel
  • Der Tee aus der Wurzel äußerlich als Waschung oder Umschlag auf Wunden und Geschwüre

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 2 bis 4 g der getrockneten Wurzel aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag. Alternativ kann man auch bis zu 3-mal täglich 2 bis 4 ml der Tinktur pur oder verdünnt in etwas Wasser einnehmen.

Anwendung bei Kindern*:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten Kindern erst ab 4 Jahren empfohlen. Als Tagesdosierung für Kinder ab 4 Jahren gelten (als Tee):

4 – 10 Jahre 10 – 16 Jahre
1 bis 2 g 2 bis 4 g

Risiken und Nebenwirkung: Die Risiken des Enzian liegen im anregenden Effekt auf die Magensäure. Bestehende Magenschleimhautentzündungen und Sodbrennen können sich dadurch verschlimmern. Ansonsten ist Enzian aber gut verträglich.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Anmerkungen zur Zubereitung: Enzian enthält mit Amaorogentin eine der bittersten bekannten Natursubstanzen. 1 g dieser Substanz vermag es 58000 Liter Wasser bitter schmecken zu lassen. Auch wenn in der Wurzel diese Substanz nur in Spuren vorhanden ist, reicht relativ wenig pflanzliches Material um einen bitteren Enzianschnaps, -tinktur, oder -tee hinzubekommen. So braucht man beispielsweise für einen Liter Enzianschnaps lediglich 25 g getrocknete Wurzel.

Enzianwurzel

Kurioses: Enzian soll in der Antike erstmals von einem illyrischen König namens Gentios verwendet und bekannt gemacht worden sein. Dieser König soll einen aus Enzian zubereiteten Sirup gegen sein Magenleiden und die Enzianwurzel gegen die Pest verwendet haben. Der lateinische Name bezieht sich bis heute auf diese Legende.

Weitere Infos, Tipps und Rezepte findet ihr in unseren Büchern.Kraut und Wurzel, Bücher, Kindergesundheit, Frauengesundheit, Verdauung und Entschlackung, Haut und Haare, Husten und Schnupfen

* Quellen:
Haffner et al. (2011): Normdosen gebräuchlicher Arzneistoffe und Drogen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart. Stuttgart.
Bäumler, S. (2007): Heilpflanzenpraxis heute. Urban&Fischer Verlag. München.

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