Klette

Die Klette gehört heute zu den weitgehend vergessenen Heilpflanzen. Das ist erstaunlich, spielte diese doch früher eine wichtige Rolle bei Problemen mit der Kopfhaut, Schuppen und bei Haarausfall. Und wie dies neuere Untersuchungen zeigen, hatte dies wohl auch gute Gründe.

Verwendete Arten: Große Klette (Arctium lappa), Kleine Klette (Arctium minus) und Filzige Klette (Arctium tomentosum)
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Sammelzeitpunkt: Die Wurzel einer einjährigen Pflanze wird im Herbst oder im darauffolgenden Frühling gesammelt.
Wirkstoffe: Inulin, Schleimstoffe, ätherisches Öl, Bitterstoffe (Sesquiterpenlactone), Flavonoide
Wirkeigenschaften: Entzündungshemmend, leicht antimikrobiell, wassertreibend, appetitsteigernd
Wirkmechanismus: Die enthaltenen Sesquiterpenlactone wirken entzündungshemmend. Neueste Forschungen entdeckten in der Klettenwurzel zudem ein Lignan namens Arctiin, das an der Haarwurzel zellschützende Wirkungen ausübt, die den Haarausfall reduzieren können.

Wissenschaftlich belegte und von Fachgesellschaften (ESCOP, HMPC, Kommission E) empfohlene Anwendungen:

  • Die Wurzel innerlich als Abkochung zur Erhöhung der Harnmenge zur Durchspülungstherapie bei leichten Harnwegsinfekten, sowie bei Appetitlosigkeit
  • Die Wurzel äußerlich als Abkochung (als Umschlag) bei Ekzemen, Akne und Furunkeln

Weitere Anwendungen aus der Volksmedizin:

  • Der Tee und vor allem der Ölauszug aus der Wurzel äußerlich bei Haarausfall, Schuppen und Kopfgneis
  • Der Tee aus der Wurzel und aus den Blättern für entschlackende Teemischungen bei rheumatischen Erkrankungen

Tagesdosierung: Die mittlere Tagesdosierung für Erwachsene liegt bei 5 bis 7 g der getrockneten Wurzel aufgeteilt auf 2 bis 3 Tassen Tee pro Tag. Pro einer Tasse Tee (200 ml) werden 2 Teelöffel der getrockneten Wurzel 10 Minuten aufgekocht, abgeseiht und dann lauwarm getrunken. Das Klettenwurzelöl wird einmal täglich aufgetragen.

Anwendung bei Kindern:
Es gibt keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei Kindern, trotzdem wird die Anwendung aufgrund fehlender Daten Kindern erst ab 12 Jahren empfohlen.

Risiken und Nebenwirkung: Es gibt keine Hinweise auf Risiken und Nebenwirkungen der Klettenwurzel.

Schwangerschaft und Stillzeit: Derzeit liegen keine Hinweise auf schädigende Wirkungen bei der Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit vor.

Anmerkungen zur Zubereitung: Da es derzeit im Handel kein wirklich konzentriertes Klettenöl gibt, empfiehlt es sich dies selbst zuzubereiten. Wie das genau funktioniert, erfahrt ihr in einem gesonderten Beitrag.

Kurioses: Der wissenschaftliche Name „Arctium“ entstammt dem griechischen Wort „arctos“ (deutsch.= Bär), weil wohl die borstigen Früchte dem Fell eines Bären ähneln.

Weitere Infos, Tipps und Rezepte findet ihr in unseren Büchern.Kraut und Wurzel, Bücher, Kindergesundheit, Frauengesundheit, Verdauung und Entschlackung, Haut und Haare, Husten und Schnupfen

  1. iwi bauer

    Wie erkenne ich denn eine einjährige Klette? Freu mich auf eure Antwort. Liebe Grüße. iwi

    • Arnold Achmüller

      Hallo Iwi,
      ja danke, das ist eine gute Frage. Die Klette ist eine zweijährige Pflanze. Das heißt im ersten Jahr erscheinen nur die Blätter, im zweiten Jahr bildet die Pflanze dann in der Regel die Blüten und die Früchte. Findet man also jetzt eine Pflanze ohne abgeblühten Blütenstand oder Früchte handelt es sich um eine einjährige Pflanze. Die Sammeltätigkeit erfordert jedenfalls auch gute botanische Kenntnisse der Pflanze, damit man auch sicher Klette sammelt. Die Wurzel gräbt man sobald die Blätter beginnen zu verwelken oder im Frühling kurz nachdem (besser wäre sogar kurz bevor) diese austreiben. Lg

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